Sie kommen aus dem Schwarzwald, sind im dritten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau
und nehmen am Berufsschulunterricht in Bersenbrück teil. Allerdings nur ein einziges Mal.
Für einen regelmäßigen Besuch wäre die Anreise zu
weit, denn die 18-jährige Manuela Emminger und ihre 19-jährige Kollegin Clara Markwardt absolvieren ihre Lehre bei der Firma Straub
Verpackungen in Bräunlingen.
Diese wiederum unterhält Kontakte zur Firma Delkeskamp in Nortrup. So entstand die Idee zu einem „Auszubildendenaustausch“. Die
beiden „Pionierinnen“ nutzten die Gelegenheit, über den Tellerrand zu schauen, und stellten neben vielen Gemeinsamkeiten auch Unterschiede
etwa in der Absatzorganisation ihrer Firmen fest.
Auch der Berufsschulunterricht sei im Kern gleich, erklärten sie in Bersenbrück.
Unterschied sei, dass in Baden-Württemberg anderthalb Berufsschultage für alle drei Ausbildungsjahre obligatorisch seien. Das bestätigte auch die 20-jährige Madelaine Schulte aus Kettenkamp. Sie hatte mit Anne-Marie Lammers aus Bersenbrück bei Straub in Bräunlingen gearbeitet.
Die beiden Auszubildenden von Delkeskamp nahmen
auch am Berufsschulunterricht in Donaueschingen
teil. Beide Firmen erwägen, den Austausch auszudehnen.
Schulleiter Thomas Kohne und der Teamsprecher Industrie Heinrich Steinbrink begrüßen diesen Austausch. Mit internationalen Schüleraustauschen
habe man positive Erfahrungen gesammelt,
daher sei das durchaus auch für nationale Austausche zu erwarten, so ihre Prognose. Die badischen Gäste waren übrigens privat bei ihren Mitschülerinnen untergebracht. Als „Flachland-Besonderheit“ hatten ihre Gastgeberinnen
eine Boßeltour vorbereitet. |